OHRENRAUSCH DER KLANGFARBE
SO ERFRIESCHEND KANN KAMMERMUSIK SEIN
Im Kammermusik-Zyklus des Vereins der Freunde des Mozarteum Orchesters spielte am Freitag, den 2. Dezember das "Ensemble Colore" im Großen Saal des Orchesterhauses. Das "erweiterte Familienensemble" rund um die Mozarteum- Orchester- Musiker Ferdinand und Andreas Steiner (Klarientte und Schlagwerk) sowie Schwester Judith Steiner (Violine, sonst bei den NÖ Tonkünstlern) mit Ivailo Iordanov (Kontrabass, 2004 von Salzburg zu den Wiener Symphonikern gewandert) und dem italienischen Pianisten Fausto Quintabà bot ein buntes, unterhaltsames Programm.
Für die aparte instrumentale Mischung des Ensembles gibt es kaum Originalliteratur, alle phantasievollen Komponisten seien aber hiermit aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen. Denn die klangliche Mischung ist eine besondere, hell-dunkle, samt markanten Perkussionsfarben. Dass Perkussion auch Farben haben kann, das bewies Andreas Steiner nachdrücklich. Im Besonderen natürlich mit seinem Soloauftritt, dem nachdenklichen, als Memorial für einen verstorbenen Lehrer und Freund komponierten "Blues for Gilbert" des Britten Mark Glentworth. Ein Stück glaubwürdig formulierter Crossover-Musik.
Soli gab es für alle. Ferdinand Steiner setzte sich für die famose, jazzige Klarinettensonate des hierzulande kaum bekannten englischen Exil-Wieners Joseph Horovitz, Jahrgang 1926, ein, mit Leidenschaft und fetzigen Läufen. Das war ein eindringliches Plädoyer für einen Komponisten, dessen Zeit endlich auch in seiner alten Heimat - hoffentlich noch zu seinen Lebzeiten - kommen sollte! Fausto Quintabà war dabei ebenso ein mitatmender Begleiter wie bei Giovanni Bottesinis "Grand Duo Concertant", einem echten "Akazistückl" für Virtuosen. Judith Steiner und Ivailo Iordanov bewältigten die teils wahnwitzigen Schwierigkeiten dieser köstlichen Effektmusik nicht nur technisch, sondern auch mit der gebotenen Italianità.
In kompleter Besetzung erklangen Moritz Moszkowskis Spanischer Tanz Op.12/1 als schwungvolle Ouvertüre, die pfiffig gepfefferte "Carmen Suite" von Rodion Schtschedrin, die prägnant trockene kleine Konzertsuite aus der "Geschichte vom Soldaten" von Igor Strawinsky und als Finale die sinnlich mitreißende "Tango-Suite" von Astor Piazzolla. Das alles in professionellen Arrangements, die das große Können des Ensembles ebenso ins rechte Licht rücken wie die Qualitäten der Musik.
Musik, die eine zeitlose, unterhaltende Kraft hat. Musik, die sehr unterschiedlich ist und sich dennoch zu einem wahrlich "colorierten", klangfarbenfrohen Abend fügt, ganz dazu angetan, die Ohren zu öffnen für die sogenannte "Klassik" - bei denen, die ihr ferner stehen. Der Saal war einigermaßen voll. Das Publikum, darunter viele jüngere Fans, erklatschte zwei Zugaben. So erfrischend kann Kammermusik sein - bitte weitersagen!
www.drehpunktkultur.at
Im Kammermusik-Zyklus des Vereins der Freunde des Mozarteum Orchesters spielte am Freitag, den 2. Dezember das "Ensemble Colore" im Großen Saal des Orchesterhauses. Das "erweiterte Familienensemble" rund um die Mozarteum- Orchester- Musiker Ferdinand und Andreas Steiner (Klarientte und Schlagwerk) sowie Schwester Judith Steiner (Violine, sonst bei den NÖ Tonkünstlern) mit Ivailo Iordanov (Kontrabass, 2004 von Salzburg zu den Wiener Symphonikern gewandert) und dem italienischen Pianisten Fausto Quintabà bot ein buntes, unterhaltsames Programm.
Für die aparte instrumentale Mischung des Ensembles gibt es kaum Originalliteratur, alle phantasievollen Komponisten seien aber hiermit aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen. Denn die klangliche Mischung ist eine besondere, hell-dunkle, samt markanten Perkussionsfarben. Dass Perkussion auch Farben haben kann, das bewies Andreas Steiner nachdrücklich. Im Besonderen natürlich mit seinem Soloauftritt, dem nachdenklichen, als Memorial für einen verstorbenen Lehrer und Freund komponierten "Blues for Gilbert" des Britten Mark Glentworth. Ein Stück glaubwürdig formulierter Crossover-Musik.
Soli gab es für alle. Ferdinand Steiner setzte sich für die famose, jazzige Klarinettensonate des hierzulande kaum bekannten englischen Exil-Wieners Joseph Horovitz, Jahrgang 1926, ein, mit Leidenschaft und fetzigen Läufen. Das war ein eindringliches Plädoyer für einen Komponisten, dessen Zeit endlich auch in seiner alten Heimat - hoffentlich noch zu seinen Lebzeiten - kommen sollte! Fausto Quintabà war dabei ebenso ein mitatmender Begleiter wie bei Giovanni Bottesinis "Grand Duo Concertant", einem echten "Akazistückl" für Virtuosen. Judith Steiner und Ivailo Iordanov bewältigten die teils wahnwitzigen Schwierigkeiten dieser köstlichen Effektmusik nicht nur technisch, sondern auch mit der gebotenen Italianità.
In kompleter Besetzung erklangen Moritz Moszkowskis Spanischer Tanz Op.12/1 als schwungvolle Ouvertüre, die pfiffig gepfefferte "Carmen Suite" von Rodion Schtschedrin, die prägnant trockene kleine Konzertsuite aus der "Geschichte vom Soldaten" von Igor Strawinsky und als Finale die sinnlich mitreißende "Tango-Suite" von Astor Piazzolla. Das alles in professionellen Arrangements, die das große Können des Ensembles ebenso ins rechte Licht rücken wie die Qualitäten der Musik.
Musik, die eine zeitlose, unterhaltende Kraft hat. Musik, die sehr unterschiedlich ist und sich dennoch zu einem wahrlich "colorierten", klangfarbenfrohen Abend fügt, ganz dazu angetan, die Ohren zu öffnen für die sogenannte "Klassik" - bei denen, die ihr ferner stehen. Der Saal war einigermaßen voll. Das Publikum, darunter viele jüngere Fans, erklatschte zwei Zugaben. So erfrischend kann Kammermusik sein - bitte weitersagen!
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steiner - 2. Dez, 17:48
